Nachhaltigkeit im Messebau

Eine persönliche Betrachtung

Umweltbewusstsein - mit kleinen Veränderungen Maßstäbe setzen

Dies beginnt schon bei ressourcenschonenden Planung. Der gezielte Einsatz hochwertiger, mehrmals einsetzbarer Materialien, die Verwendung emissionsarmer Werkstoffe, Vermeidung von schwer entsorgbaren Verbundwerkstoffen, professionelle Organisation der Transporte - es gibt eine lange Reihe von Möglichkeiten.

Ich bin als Kind am Land aufgewachsen, da war es ganz natürlich seine Freizeit im Wald, auf der Wiese oder beim Bauern nebenan zu verbringen. Irgendwie ist diese Sicht auf die Umwelt im Laufe des Berufslebens mit der Zeit abhanden gekommen. Seit November 2014 wohne ich jetzt in Salzburg, mit sehr viel Natur vor der Haustür. Bei jedem Spaziergang mit meinem Hund kommt wieder ein Stück Naturverbundenheit zurück in mein Leben.

Bewusstsein entsteht nur durch Aufmerkasmkeit und diese muss geweckt werden. Erst durch die Auseinandersetzung mit dem Thema "Gemeinwohlökonomie" habe ich begonnen mich mit den Materialien, die im Messebau verwendet werden, auseinanderzusetzen, zu hinterfragen und meine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Keine Angst, aus mir ist kein militanter Ökoaktivist geworden. Ich will niemanden meine Ideen aufzwingen, aber vielleicht wird mich der eine oder andere meiner Kunden auf diesem Weg begleiten.

Nachhaltigkeit - ökologisch, ökonomisch und sozial

"Entwicklung zukunftsfähig zu gestalten heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können." (Gro Harlem Brundtland, Vorsitzende der von den Vereinten Nationen eingesetzten Weltkommission für Umwelt und Entwicklung)

Ursprünglich stammt dieser Begriff aus der "nachhaltigen" Forstwirtschaft, womit per Definition nicht mehr Holz geschlagen werden darf, als wieder nachwächst. Doch heutzutage ist das bei weitem nicht genug. In Zeiten des Klimawandels, der Globalisierung und der zunehmenden Kluft zwischen arm und reich bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur mehr an den Umweltschutz zu denken, sondern ebenso eine wirtschaftliche Grundlage für Erwerb und Wohlstand zu sichern sowie den Ausgleich sozialer Kräfte in der Gesellschaft zu berücksichtigen. Für alle die es genauer wissen wollen: Nachhaltigkeit.

Aus dieser Motivation heraus habe ich für uns ein eigenes Messebausystem entwickelt. Holz und Holzwerkstoffe sind dabei das Basismaterial. Produziert wird es von österreichischen Tischlern, die soweit es geht Holz und Holzwerkstoffe aus österreichischer Produktion verwenden von Lieferanten, die FSC-zertifiziert sind. Bei der Wahl des Bodenbelages versuchen wir wiederverwendbare Materialien zu verwenden, je nach Anforderung unserer Kunden, entweder Laminat, qualitativ hochwertige Teppiche oder bei besonderen Anforderungen auch Kunststoffbodenbeläge. Auf Einwegteppiche verzichten wir gänzlich. Unsere Messestände sollen nicht nur nachhaltig, sondern auch energiesparend sein. Darum verwenden wir zur Beleuchtung des Messestandes ausschliesslich LED-Beleuchtung. Energieeffiziente Kühlschränke sind Standard.

Die Umsetzung eines klimaneutralen Messestandes bleibt eine Illusion, solange das "Beamen" aus der Enterprise noch nicht zur Realität geworden ist. AgenturMessebau verwendet vorzugsweise Speditionen für den An- und Abtransport des Messegutes. So können Leerfahrten vermieden werden. Der Montageleiter reist mit dem Zug zum Ausstellungsort, wo das Team mit Mitarbeitern aus der Region kompletiert wird. So versuchen wir unnötigen CO²-Ausstoß zu vermeiden.

Gemeinwohlökonomie und Gemeinwohlbilanz

Ein großes Schlagwort unserer Zeit im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit ist CSR (Corporate Social Responsibility). Der Nachteil daran ist allerdings, dass dabei kein sichtbares Ergebnis herauskommt und alles auf Freiwilligkeit beruht. Um unsere Bemühungen für uns selbst und damit auch für unsere Kunden nachvollziehbar zu machen, haben wir beschlossen ein Gemeinwohlunternehmen zu werden und im Zuge dessen die Gemeinwohlbilanz zu erstellen. Die Gemeinwohlbilanz ist das „Herzstück“ der Gemeinwohl-Ökonomie. Sie stellt den Menschen und alle Lebewesen sowie das Gelingen der Beziehungen zwischen ihnen in den Mittelpunkt des Wirtschaftens. Sie überträgt die heute schon gültigen Beziehungs- und Verfassungswerte auf den Markt, indem sie die WirtschaftsakteurInnen dafür belohnt, dass sie sich human, wertschätzend, kooperativ, solidarisch, ökologisch und demokratisch verhalten und organisieren. Sie macht die Werte der Gesellschaft zu den Werten der Wirtschaft.