Das eigene Messebausystem

das die Bezeichnung "nachhaltig" wirklich verdient

Nach 15 Jahren im Systemmessebau war für mich die erste und schwierigste Frage:
"Welches System ist für uns das beste?"

Diese Frage hat mich sehr lange beschäftigt. Das einfachste wäre für uns wohl gewesen, bei dem System zu bleiben, mit dem ich die letzten Jahre gearbeitet habe und das ich bereits durch und durch kannte. Wäre da nicht die Gemeinwohlökonomie gewesen, die als einen wichtigen Aspekt die "Nachhaltigkeit" zum Inhalt hat. Der Hersteller hatte ja auch sein "ÖKO-LOGO" auf der Homepage, was sollte also da schon falsch sein?
Kernaussage aller Systemhersteller ist: "Aluminium ist zu 100% recyclebar!" Keiner schreibt auf die Homepage wo und von wem das Aluminium hergestellt wird, wieviel Energie dafür notwendig ist usw. Also mal einen kurzen Blick in Wikipedia gewagt. Danach war mir ziemlich schnell klar: "Aluminium fällt aus Sicht der Nachhaltigkeit aus." Zuviel Energie wird bei der Herstellung von Primäraluminium verbraucht und (laut Aussage des Produzenten) kann nur Primäraluminium zur Fertigung der Profile verwendet werden, da recyceltes Aluminium nicht mehr die technischen Anforderungen erfüllt. Weiters erfolgt die Herstellung zum Großteil in Billigstlohnländern (über 1/3 des produzierten Aluminiums kommt aus China und wie dort mit Menschen und der Umwelt umgegangen wird, ist wohl niemandem mehr ein Geheimnis. Zwar wird Ihnen keiner der Systemhersteller sagen, dass er seine Profile in China fertigen lässt, wenn man aber ein bisschen weiter sucht, findet man kaum ein System, von dem es nicht eine fast 100%ige Billigkopie eines chinesischen Herstellers gibt. . . .

Was kann Aluminium, was Holz nicht kann?

Der Werkstoff, den es in Österreich wohl im Überfluss gibt, ist Holz. Nachdem ganze Häuser aus Holz gebaut werden, wird es wohl auch möglich sein, einen Messestand aus Holz zu bauen. Das hat man ja schon in den Anfängen des Messebaues gemacht, in Teilen von Europa werden auch heute noch ganze Messen aus Holz gebaut. Da wird genagelt, tapeziert, gestrichen was das Zeug hält. Sogar die größten und schönsten Messestände werden heute noch in dieser Art aufgebaut. Einziger Nachteil daran ist, dass die meisten Bauten nach der Messe einfach entsorgt werden, im besten Fall wird der entstandene Müll noch getrennt und so einem Recycling zugeführt. Manche Teile werden noch für einen zweiten Aufbau verwendet, aber spätestens dann ist auch das Müll.
Die Herausforderung war also, ein System aus Holz zu entwickeln, welches man wesentlich öfter verwenden kann und das darauf ausgelegt ist, dass es bei vorsichtigem und sachgemäßem Umgang jahrelang in Verwendung bleiben kann. Außerdem sollte das System so einfach und leicht wie möglich sein. In monatelanger Zusammenarbeit mit einem Tischler ist mir genau das gelungen! Das Ergebnis war das erste realisierte Projekt der Firma Friedrich Ebner auf der ASTRAD in Wels.

Die Elemente: